Kritik zu "Das Wirtshaus im Spessart"
aus: Schülerzeitung "Spiegelei" - Juli 1998Theatergruppe des Weinberggymnasiums präsentierte "Das Wirtshaus im Spessart"
Disziplin, harte Disziplin und noch härtere Disziplin, zwischendrin ein wenig Amusement, das ganze Schuljahr lang, vermisch mit Schweiß und Theaterschminke - und wieder einmal wurde ein erfolgreiches Theaterstück auf die Beine gestellt.
Zur Premiere am 16.6.1998 konnten die "Weinberger" Schauspieler auf ein neues ihre Talente demonstrieren. Die Inhaltsangabe des Stückes können wir uns an dieser Stelle wohl sparen, denn mit vier ausverkauften Vorstellungen wurde der Rekord vom letzten Jahr noch einmal getoppt. Damit können wir davon ausgehen, dass fast alle Spiegelei - Leser das Stück besucht haben.
Es scheint überhaupt so, als ob sich die Theatergruppe nur noch in Superlativen bewegen will. Die Kulissen werden von Jahr zu Jahr besser, die musikalischen Einlagen waren mit den gelungenen Texten perfekt auf das Stück zugeschnitten! Auch die Rollen waren sehr gut belegt, Frau von Stöckli und alle anderen kamen überzeugend rüber, an den schauspielerischen Leistungen kann wirklich nicht herumgekritelt werden.
Allerdings ist uns aufgefallen, dass ein nicht unwesentlicher Teil der gymnasialen Theatergruppe gar nicht mehr auf unser Gymnasium geht! In der Theater-AG des Weinbergs sollten fairer Weise auch die Schüler des Weinbergs beschäftigt werden, denn wir nehmen an, dass so der Einstieg für Newcomer um einiges erleichtert werden würde, wenn die großen Rollen nicht von den fertig Geschulten übernommen werden würden. Ausserdem wäre damit eine abwechslungsreichere Rollenbelegung gewährleistet, Statisten würden nicht immer Statisten bleiben, und unter den Hauptrollen könnten die Charakterbelegungen jährlich mannigfaltiger verteilt werden. Es ist nämlich auffallend, dass sich die Darsteller ständig in einer bestimmten Rollenverkörperung wiederfinden. Das kann aber auch daran liegen, dass sich die Stücke sehr ähnlich sind (zumindest zu Vorjahr) - Verwechslungskomödie mit Friede - Freude - Eierkuchen - Ende.
Jedoch bot unsere diesjährige Aufführung auch fantastische neu erfundene Augenschmause, wie das echte Pferd natürlich, sehr effektvollen Standbilder und die aufregenden Degenkämpfe. Um die angesprochenen Kritikpunkte zu umgehen, könnte zur Abwechslung mal ein weniger komödiantes Thema aufgegriffen werden. Natürlich verstehen wir aufkommende Zweifel der Verantwortlichen, ob ein nachdenkliches Stück das überwiegend aus Schülern bestehende Publikum begeistern würde. Aber: Wer wagt, gewinnt!
Katja + Anne