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Kritik zu "Nussknacker und Mausekönig"


aus: Märkische Allgemeine Zeitung , 6.12.1999Entführung in eine seltsame MärchenweltGymnasiasten führen "Nussknacker und Mausekönig" auf / Nächstes Jahr Jubiläum

 

Kleinmachnow. Bereits im Vorraum der Kammerspiele hat es sich herumgesprochen, dass es auch diesmal wieder eine kleine Überraschung geben wird. Einige Besucher munkelten etwas von Weihnachtsplätzchen, die unten im Saal verteilt werden sollten.
Nachdem der große Saal, geschmückt min unzähligen Kinderbildern und einem Weihnachtsbaum, seine Pforten geöffnet hat, sind die vordersten Plätze bereits besetzt. Fast 250 Zuschauer kamen am Freitag Abend zur Premiere von Hoffmanns Weihnachtsstück "Nussknacker und Mausekönig", aufgeführt von der Theatergruppe des Kleinmachnower Weinberg - Gymnasiums.
"Ich habe mich für das Werk entschieden, weil es sehr selten aufgeführt wird - es sei einfach etwas Besonderes", erläutert die Regisseurin Kathrin Heilmann, die zugleich Deutschlehrerin und Leiterin der Theatergruppe "Theater am Weinberg" ist.


Außergewöhnlich ist das durch Heilmann überarbeitete Theaterstück um den Abend der Bescherung allemal. Marie, die Tochter des Medizinalrats Stahlbaum träumt am Weihnachtsabend von ihrem Lieblingsgeschenk - einem Nussknacker. Dieser gerät in ihrem Traum in einen Kampf mit dem Mausekönig, und unverhofft rettet Marie ihren Nussknacker vor seinem Ende. An einigen Stellen des Weihnachtsstücks wird der Zuschauer durch die im Publikum agierenden Darsteller mit ins Geschehen eingebunden, und so gelingt es den Schauspielern die Schwelle zwischen Bühne und Publikum abzubauen. Aber auch die verteilten Plätzchen oder die mit dem Publikum gesungenen Weihnachtslieder machten Lust auf mehr Theater und versetzten den Saal in weihnachtliche Stimmung. Es gelang allen Schauspielern auf eindrucksvolle Weise eine weitere Besonderheit dieses Bühnenwerks anschaulich darzustellen. "Es handelt sich um ein Werk im Werk", so die 32-Jährige Lehrerin. Einerseits sieht man wie das Stück vom "Autor" auf der einen Bühnenhälfte entwickelt und zeitgleich auf der zweiten Bühnenseite durch Darsteller in Szene gesetzt wird. Nach minutenlangem Applaus und mehreren Zugaben zeigte sich Heilmann sehr zufrieden mit dem Ergebnis. "Es war toll, zumal wir das gesamte einstündige Bühnenwerk in nur zwei Wochen komplett eingeübt haben."


Die Eintrittsgelder, die durch die Theatergruppe in den nächsten Monaten eingespielt werden, sind bereits fest verplant. Im nächsten Jahr feiert die Theater - AG ich 10-jähriges Jubiläum, und es sollen alle die in den vielen Jahren mitgewirkt und geholfen haben, eingeladen werden. Aber vor der Jubiläumsfeier im Juli steht noch eine Menge Arbeit an, denn bereits am 16. Juni öffnet sich erneut der Vorhang - diesmal zur Premiere des großen Sommerwerkes.

Daniel Bartscheck